Brasilien Real

Verfasst am: 21.07.2016 von Redaktion Keine Kommentare

Brasilien ist und bleibt für mich ein faszinierendes Land – Ein Land der Farben, der Musik, der Naturschönheiten, der verschiedenen Hautfarben, der Gegensätze und Widersprüchlichkeiten.

Salvador da Bahia ist eine Stadt voll Lebensfreude, Musik, Tanz, Rhythmus und leuchtenden Farben. Es vibriert, es bebt und wir bekommen „tausend verschiedene Die Reise war geprägt durch die Projektbesuche, das Zusammentreffen mit Land und Leuten. Ohne diesen Schwerpunkt wäre die Reise für mich nicht denkbar gewesen.

Dieses Land und seine Menschen sehe ich vor mir, wenn ich an die Reise zurückdenke:
Da ist Pater Romulo, der es mit seinem unermüdlichen Einsatz den Menschen um Pedra Lavada im Sertao ermöglicht dort zu bleiben. Durch den Bau der Zisternen können sie in dieser trockenen Gegend überleben. Der Sertao scheint den Menschen alles abzuverlangen, doch immer wieder lebt die „Wüste“, Menschen, Tiere und Pflanzen trotzen der Trockenheit. Durch Menschen wie Pater Romulo bekommt die Kirche ein Gesicht, im Einsatz für die Armen und Benachteiligten.
Eindrücke“. Im Gemeinschaftszentrum „Fabio Sandei“ erleben wir die Mädchen aus der Favela, die bei der Ballettvorführung auftreten. Dieses Projekt verleiht Ihnen Würde, einen aufrechten Gang, Wertschätzung und Stolz. Es ist schön das mitzuerleben. Die Jugendlichen im Percussion-Projekt „geben uns so richtig was auf die Ohren“ – impulsiv, voll Begeisterung und mit ganzem Einsatz. Sie haben hier eine Aufgabe und sie verdienen den Applaus.
Rio zeigt sich mit Regen zunächst nicht von seiner schönsten Seite, trotzdem hat diese Stadt so viel Faszinierendes: Strände und Urwald, Zuckerhut und Corcovado, Lebendigkeit und Schönheit. Die Copacabana herausgeputzt für die Großereignisse, körperbewusste, joggende Menschen, Fitnessstudios am Strand, Flutlicht und Polizeipräsens signalisieren „hier kann man sich sicher fühlen“. Der Besuch in der Favela Tavares Bastos und mit Adrian Geiges gibt einen Einblick in das „andere“ Rio. An unzähligen Hängen ziehen sich die Favelas entlang und prägen so das Stadtbild. In der Favela Tavares Bastos genießen wir einen herrlichen Blick über Rio, erfahren viel über das Leben in dieser „befriedeten“ Favela, lernen Bob und seinen Jazz-Club kennen und gehen dort noch zum Mittagessen. In dieser Favela hatte ich ein gutes Gefühl, auch wenn die Gassen klein, schmal und verwinkelt sind. Es ist gut eine solche Favela zu erleben.
Was mich begeistert hat, dass wir Menschen getroffen haben, die durch ihr Engagement anderen Hoffnung geben. Trotz mancher Armut und Perspektivlosigkeit herrscht so viel Lebensfreude und so viel Energie – es findet sich immer eine Lösung.
Auf Wiedersehen, Brasilien.“

Margit Roesslein


Cuba’s Osten – eine Bilderreise

Verfasst am: 23.06.2016 von Redaktion 1 Kommentar

Vor 10 Jahren war es soweit. Ich wollte die Kamera an den Nagel hängen, denn alle Bilder schienen mir schon gemacht, alle Motive beliebig. Dann kam ich zum ersten Mal nach Cuba, wo ich meine Liebe zur Fotografie wiederentdeckt habe. Aber nicht nur für einen Fotografen hat diese Insel so enorm viel zu bieten.

Cuba sollte man am besten auf eigene Faust oder in einer kleinen Gruppe entdecken, denn nur dann hat man die Möglichkeit, sich auf das Land und seine Menschen einzulassen und, weniger auf das eigene Umfeld konzentriert, festzustellen, dass Salsa, Zigarren und Mojito nur einen kleinen Teil des Wesens dieser Insel ausmacht.

Meine Rundreise durch den Osten startet am Flughafen von Holguín, der Stadt der Parks. Da das Flugzeug am späten Nachmittag landet, ist – wenn man die Reise mit einem Mietwagen geplant hat – eine Übernachtung in Holguín, aus mehreren Gründen empfehlenswert. Zum einen ist es mehr als vernünftig nur bei Tageslicht Auto zu fahren. Außerdem gibt es in der Stadt zahlreiche hervorragende private Restaurants, Paladares, wo man sich vom Flug erholen und erst einmal herunterkommen kann. Das Loslassen ist aus meiner Sicht der wichtigste Erfolgsfaktor für einen wundervollen Cuba-Aufenthalt. Es mag sich während Ihres Aufenthaltes die eine oder andere Notwendigkeit zur Improvisation ergeben. Atmen Sie einmal durch und vertrauen Sie auf das Improvisationstalent und die Hilfsbereitschaft der Cubaner. Sie werden überrascht sein, wie die Dinge sich fügen können.

Für meine Fotoausstellung in Santiago de Cuba im März dieses Jahres musste ich zuallererst die Ausstellungsstücke in der Galerie abliefern. Zum Akklimatisieren ist Gran Piedra bestens geeignet. Ungefähr eine halbe Stunde Fahrt von Santiago entfernt, ca. 1.200 m hoch gelegen und angenehme 10° kühler, kann man hier abends auf der Bank vor einem schönen Bungalow ein Bucanero (cubanische Biersorte), die perfekte Stille und einen Sternenhimmel, der tief bis hinunter in die Karibik reicht, genießen. Vorher sollte man aber ein paar Meter bis zum nächsten Dorf laufen und bei Coco, dem Inhaber eines guten und sehr idyllisch gelegenen Paladar, einkehren.

Die nächste Ausstellung, eine sehr kleine aber persönliche Auswahl von Fotos der hiesigen Umgebung, findet im Hotel El Saltón in Cruce de los Baños statt. Die Anfahrt durch die Sierra Maestra ist traumhaft schön und, bis auf die letzten, aufreibenden Meter, auch völlig stressfrei, weil der Straßenbau auf Cuba in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte gemacht hat. Das El Saltón ist ein Naturparadies mitten im Wald; die Wahrscheinlichkeit einen Tocororo zu sichten, ist hier groß, zumal, wenn man sich für eine Tour mit dem deutschsprachigen Guide Ricardo entscheidet.

Von hier aus geht es an das südwestlichste Ende der Insel, nach Niquero. Am Wochenende verwandelt sich die Stadt in eine riesige Tanzfläche für alle Altersgruppen und die Musik wird nur dann und wann übertönt von der Zuckerfabrik, wenn sie lautstark Druck ablässt. Eine Führung durch den Parque Nacional Desembarco Granma sollten Sie genauso wenig verpassen wie Cabo Cruz am Ende des Parks, wo sich ein einfaches, aber hervorragendes Fischrestaurant befindet.

Mittlerweile bin ich akklimatisiert und reif für Santiago. Es gibt eine Menge gute Hotels in der Stadt, aber ich bevorzuge eine Casa Particular, also eine Privatunterkunft. Ich mag Santiago sehr; es ist in keiner Weise mit Havanna vergleichbar, Luftverschmutzung und Lärm sind enorm. Aber nirgendwo fühlt sich meines Erachtens Cuba so karibisch und das cubanische Leben so intensiv an wie hier.

Natürlich habe ich zu Santiago auch deshalb ein besonderes Verhältnis, weil ich hier, in der Galería de Arte Universal in diesem Jahr bereits zum 2. Mal eine Kunstausstellung eröffnen durfte, eine Erfahrung, die, sicher für jeden Künstler, etwas Besonderes ist, denn die Santiagueros sind absolut kulturbegeistert.

Ich lasse das wunderschöne und eigentlich obligatorische Baracoa mit seinem Mikroklima und -kosmos in diesem Jahr links liegen, wie so einiges, was sich lohnt, aber wofür der Urlaub leider nicht ausreicht. Ein kleiner Abstecher nach Cayo Saetía zum Lungendurchlüften und Entspannen muss aber sein. Dass man hier eine Jeep Safari unternehmen kann (und sollte) und dabei Antilopen und sogar einer Giraffe begegnet, klingt befremdlich, es lohnt sich trotzdem.

Ähnlich wie eine Druckausgleichskammer funktioniert der Aufenthalt in Gibara für die letzten Tage vor und strategisch perfekt gelegen für den Rückflug. Keine 200km von Santiago entfernt, wähnt man sich fast schon zurück in Europa. Das Städtchen ist beschaulich und aufwendig restauriert und es befinden sich hier gleich 2 der aus meiner Sicht schönsten Hotels der Insel. Bezeichnenderweise traut man abends seinen Ohren kaum, wenn man an der Casa del Tango (ja richtig, Tango, keine Salsa) vorbeiläuft. Treten Sie ein und staunen Sie. Es ist der beste Ort, um den Urlaub Revue passieren zu lassen, die von Zuhause mitgebrachten Vorstellungen von Cuba auf den Prüfstand zu stellen. Vielleicht geht es Ihnen dann wie mir, der ich mir jedes Mal fest vornehme, mein Spanisch zu verbessern, damit der nächste Cuba Aufenthalt noch intensiver wird.

 

Heinz-Peter Schepp

 

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Coca-Tee auf dem Cotopaxi

Verfasst am: 28.04.2016 von Redaktion Keine Kommentare

Autor: Pilar Aschenbach

Die indigene Bevölkerung bezeichnet ihn als „Thron des Mondes“: Eine Wanderung auf dem höchsten aktiven Vulkan Ecuadors ist ein atemberaubendes wie berauschendes Erlebnis
Hätte man doch bloß bei den Händlern in Quito zugegriffen, die in ihren Bauchläden bergeweise Coca-Produkte über die Plätze schaukeln. Coca-Bonbons, Coca-Tee und getrocknete Blätter zum Kauen, seit viele Jahren bewährte Mittel gegen Höhenkrankheit. Wie gerne würde man jetzt so einen Muntermacher probieren, auf dass er den Schwindel und die Kälte vertreiben möge. Aber die Einsicht kommt zu spät: Die ecuadorianische Hauptstadt ist mehr als zwei Autostunden entfernt und vor uns erhebt sich der Cotopaxi – einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde, eine 5.897 Meter hohe Herausforderung mit strahlend weißer Schneekrone, umschwebt von einem flauschigen Wolkenponcho. Nun muss es ohne Coca-Stimulanzien dort hinaufgehen. Schritt für Schritt, Meter für Meter. Mit jeder Serpentine wird der Weg steiler, die Luft dünner, der Wind bissiger.

Doch nicht erst in diesen unwirtlichen Höhen hatte man zu schaudern begonnen, schon das Auftauchen des Cotopaxi am Horizont war ein Gänsehautereignis. Ganz allmählich hatte sich der Wolkenvorhang aufgezogen und den Blick auf den Hünen freigegeben, der mit seinem perfekt geformten Kegel das Supermodel unter den 20 Feuerbergen an der “Avenida de los Volcanes” ist. So nannte Alexander von Humboldt diese weltweit einzigartige Ansammlung von Vulkanen – neun sind höher als 5.000 Meter und acht noch aktiv – auf seiner Südamerika-Expedition 1802.

In nächster Nachbarschaft des Cotopaxi residiert in schweigender Eintracht das Vulkanpaar Iliniza Norte und Sur. Nach Ansicht der indigenen Bevölkerung ist der eine Berg männlich und der andere weiblich, beide sind knapp über 5.100 Meter hoch – eine Partnerschaft fast auf Augenhöhe, die sich offenbar nichts mehr beweisen muss: Die Vulkane gelten als erloschen.
Anders der Cotopaxi-Riese, der noch immer nicht zur Ruhe gekommen ist. Nicht nur wegen der Sauerstoffarmut ist uns daher ein wenig mulmig zumute. 1904 hat sich der Feuerspucker zum letzten Mal kräftig ausgetobt, rein statistisch ist die nächste Eruption längst überfällig. Und überhaupt fühlt man sich wie die personifizierte Anmaßung, denn dem Cotopaxi kommt keine geringere Bedeutung zu, als der “Thron des Mondes” zu sein (auch wenn die schneeüberzogene Spitze eher so aussieht, als wäre ein weißer Himmelskörper daran zerschellt und ausgelaufen).

Schon vor dem Beginn des Inka-Imperiums im 15. Jahrhundert wurde der Berg als Regenspender und Sitz von Göttern verehrt. Diesen wollen wir also erklimmen – und dabei weder Rache fürchten noch Mimose sein. Humboldt ist hier schließlich auch schon hoch, ohne Hightech-Kleidung, GPS und Emilio.

Der Bergführer hieß erst noch Israel Paez, als er zu uns stieg: “Über 3.200 Metern bin ich für euch dann Emilio.” Die Namensgrenze haben wir bald passiert – trotz Holperpiste und des Stopps für unkundige Touristen, die an den Ständen des Besucherzentrums noch schnell Alpaka-Strümpfe und -Mützen gegen die dräuende Kälte erwerben mussten. Der Parkplatz, an dem wir unsere Wanderung beginnen, liegt auf 4.658 Metern. Humboldt, der sich als erster Europäer an den Cotopaxi herangewagt haben soll, gelangte zwar nur bis auf 4.500 Meter, allerdings nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß mit schlechtem Schuhwerk.

Für Emilio, ein durchtrainiertes Federgewicht aus dem Hochland, ist die Besteigung des Cotopaxi ein sportlicher Spaziergang: “Einmal pro Woche gehe ich da hoch, um in Form zu bleiben”, sagt der Mestize, der an der Bonner Universität Genetik studiert und daher seine Deutsch-Kenntnisse hat. Seinen Landsleuten scheint der Hang gerade anspruchsvoll genug für den sonntäglichen Familienausflug zu sein. Wie unsereins nach dem Wirtshausbesuch durch Wald und Wiesen schlendert, streben die Leute aus Quito am Wochenende bis zur Schutzhütte Jose Ribas auf 4.810 Metern Höhe – auch deswegen, um den Kindern Schnee zu zeigen, den es in dem Land am Äquator nur auf den Bergen gibt.

Schon von weitem erkannt man, wer Fremder und wer Ecuadorianer ist: Die Einheimischen arbeiten sich den direkten, steilen Weg herauf, während die Touristen den alternativen Aufstieg wählen – einen Pfad, der sich in Serpentinen langsam in die Höhe schlängelt und trittsicherer ist. Die Touristen tragen Outdoor-Kluft und Kameras, die Einheimischen modische Stiefel und manchmal auch Steppkes und Schoßhündchen, denen die Puste ausgegangen ist. Die erwachsenen Quitenos stecken die Kletterpartie recht locker weg. Als Bewohner der höchstgelegenen

Hauptstadt der Welt sind sie aber auch bestens akklimatisiert, also mit vielen roten Blutkörperchen ausgestattet.
Wer auf dem letzten Loch pfeifend die Bergstation Jose Ribas erreicht und mit mattem Stimmchen einen Coca-Tee bestellt, ist jedenfalls klar Tourist. Und tatsächlich: Das nach Heu duftende und nach Gras schmeckende, gezuckerte Gebräu wirkt Wunder: Die Kälte weicht aus den Gliedern, das Herz schlägt ruhiger, der Taumel verfliegt. Die Blätter des Coca-Strauchs gelten als wirksam gegen die Symptome der Höhenkrankheit, weil sie die Sauerstoffaufnahme verbessern. Noch einen Becher, bitte! Und noch einen! Jetzt könnte man glatt noch höher steigen, zumindest bis zur Schneegrenze! Man war ja auch erst eine halbe Stunde unterwegs und hat noch nicht mal 200 Höhenmeter überwunden.

Und an der Schutzhütte geht es eigentlich auch erst so richtig los. Vor dem Gipfelaufstieg, der kurz nach Mitternacht startet, nächtigen die Wanderer oben unterm Dach. Doch für unsere Gruppe ist das Abenteuer hier zu Ende, unser Schlusslicht wird erst 45 Minuten später und mit aschfahlem Gesicht eintreffen. Zumindest dürfen wir uns am Ende alle attestieren: Wir haben es auf 4.810 Meter geschafft – exakt die Höhe des Mont Blanc, dem höchsten Berg in Europa. Emilio hatte sich als exzellenter Motivationskünstler erwiesen und als Philosoph dazu. “Dort oben ist man für alle seine Fehler selbst verantwortlich”, sagte er über seine Faszination für die Berge.

Auch hatte uns Emilio gut instruiert: “Geht langsam, trinkt viel und versucht, euren eigenen Rhythmus zu finden.” Das klappe dann auch immer besser. Die anfängliche Schnappatmung wich einem tiefen, konzentrierten Luftholen, und man verfiel in einen meditativen Trott – lediglich unterbrochen von kurzen Pausen, um die Aussichten aufzusaugen: oben der eischneeweiße Vulkan-Schönling, unten die grün-braune Schwemmlandebene des Cotopaxi-Nationalparks mit weichen Wolkenbergen am babyblauen Himmel und kargen Bergen auf Erden. Eine Weite mit unzähligen Ebenen, eine Bühne der Natur, auf der sich die Kulissen und Dimensionen mit jeder Serpentine zu verschieben schienen und Kleinbusse zu Matchbox-Autos schrumpften, Menschen zu Ameisen auf zwei Beinen und die Straßen zu dünnen Adern.

In der Liste der höchsten aktiven Vulkane der Welt steht der Cotopaxi auf Platz fünf. Innerhalb Ecuadors wird er nur vom inaktiven, 6.310 Meter hohen Chimborazo überboten, den Humboldt gleichfalls nicht scheute (auch wenn er den Gipfel wegen einer Felsspalte nicht bezwingen konnte). Der Naturforscher muss von Ecuador als Studienobjekt hingerissen gewesen sein, befand er doch, dass es in der Geografie des Landes nur eine Konstante gebe: die Vielfalt. Im vergangenen Jahr zog dieser Reichtum rund 1,1 Millionen ausländische Touristen an, darunter 27.000 aus Deutschland. Bei vielen Besuchern steht auch die Straße der Vulkane auf dem Programm, die über 250 Kilometer ungefähr durch die Landesmitte verläuft.
Humboldt soll sich auf seine Expeditionen in der Hacienda La Cienega vorbereitet haben, einem gediegenen Gästehaus bei Lasso. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass er es so komfortabel hatte wie wir im Termas de Papallacta Spa & Resort. Am Abend vor der Wanderung hatten wir uns auf der Anlage, die sich etwas weiter im Nordosten am Fuße des Vulkans Antisana befindet, prächtig entspannen können. Die heißen Thermalquellen beginnen direkt vor der Zimmertür, fast vom Bett aus kann man sich in die 36 Grad warmen Becken gleiten lassen.

Dem mineralhaltigen Wasser werden allerlei positive Effekte nachgesagt, von der Steigerung des Wohlgefühls im Allgemeinen bis zur Linderung von Atembeschweren und Hautproblemen im Speziellen. Das Beste an dem Dampfbad der Natur aber ist: Es hat 24 Stunden geöffnet. Ob morgens vor dem Frühstück oder nachts, wenn einen die dünne Luft und der Jetlag nicht durchschlafen lassen – zu jeder Zeit kann man in die Pools eintauchen und dabei nicht nur die Wärme, sondern manchmal auch ein funkelndes Sternenmeer genießen.

So gestärkt hatte man anderntags das Hotel verlassen, um die Cotopaxi-Exkursion zu wagen. Die signalroten Pillen im Badezimmer – eine Empfehlung des Hauses gegen Höhenkrankheit – hatte man leichtsinnig verschmäht: Die Tour würde sicher auch ohne Doping zu schaffen sein. Sie ist ein klassischer Bestandteil von Hochland-Rundreisen, und deren Teilnehmer können doch unmöglich alle Fitness-Asse sein! Jene Pillensorte aus dem Hotel hatte später auch Emilio aus seinem Survival-Kit gepellt, um unsere Nachhut damit zu päppeln. Der Cotopaxi gilt als leicht zu besteigen, aber nun ja, alles ist relativ. Wir Flachländer können zu unserer Entschuldigung sagen, dass wir nur wenige Tage für die Eingewöhnung hatten.

Vom Berg herunter geht es dann im Sauseschritt, dass der Staub nur so wirbelt. Verleihen die Endorphine Flügel, weil man die Herausforderung gemeistert hat? Oder hat das Gefühl der Schwerelosigkeit etwa mit einer Überdosis Coca-Tee zu tun? Vielleicht sind es aber auch die atemberaubenden Aussichten, die einen so berauschen.


Reisebericht – Ecuador Trekking

Verfasst am: 28.04.2016 von Redaktion Keine Kommentare

Reisebericht verfasst von Silsha Boeckel , unsere Praktikantin in Quito

Am Sonntag morgen fuhren wir von unserem Hotel “Hotel Otavalo” gemeinsam mit den anderen Urlaubsgästen in einem privaten Kleinbus los bis zum Startpunkt unserer Trekking-Tour im Naturschutzgebiet Cotacachi Cayapas, das sich in einem Gebiet von fast 250 000 Hektar von den Anden bis in den tropischen Regenwald erstreckt. Auf der Fahrt hatten wir schon herrliche Ausblicke über Berge und Täler und unser Guide erläuterte uns die verschiedenen Obstplantagen am Straßenrand. Nachdem das erste Gruppenfoto geschossen, die 6 Pferde mit unseren schweren Taschen beladen und die Rucksäcke fest geschnallt waren, ging es los, den Berg hinauf. Die wunderschönen Ausblicke auf die Täler und Berglandschaften machten den Aufstieg umso leichter und auch die Sonne war auf diesen Höhen sehr angenehm.

So ging es ca. 5 Stunden bergauf und bergab, durch Wälder, Wiesen des Hochlandes, steinige und staubige Bergwege bishin zu unserem ersten Zeltplatz, einer Wiese, direkt bei einer Lagune. Das leckere Essen unseres Koches, Manolo, wärmte uns alle wieder von der Kälte draußen, vor dem Zelt, auf. Schon bald gingen wir erschöpft in unsere Zelte um zu schlafen.
Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück aufs Neue auf den Weg durch die fantastische Berglandschaft. Heute hatten wir eine lange Wanderung von 7 Stunden vor uns. Die Wege waren jedoch wesentlich einfacher zu gehen. In den kleinen Pausen, die wir hin und wieder einlegten, entspannten wir in dem hohen Gras des Hochlandes und schossen Fotos von dem Nebel, der durch die Berge zog, den kleinen Lagunen, den Flüsse  oder den vielen Tieren, wie Kühe und Pferde, die uns auf unserem Weg immer wieder begegneten. So kamen wir Nachmittags auf einer großen Wiese an, umgeben von Bergen, einem Fluss und dem “Gesang” der  vielen Kühe, die die Wiesen mit uns teilten . Nachdem wir uns am Fluss ein wenig frisch gemacht hatten durften wir wieder das leckere typisch ecuadoriansiche Essen genießen. Erledigt von dem Tag, legten wir uns in unsere Zelte.

Am heutigen Tag ging es zu den sagenumwobenen, mysteriösen Lagunen von Piñan. Nach dem leckeren Frühstück wanderten wir zunächst bergauf. Auf dem Weg mussten wir den Bernebelwald durchqueren und uns durch so manches Gestrüpp schlagen. Aber schon nach ca.2 Stunden konnten wir die faszinierenden, großen Lagunen bestaunen. Eine Stunde hielten wir uns am Ufer der Lagune auf, aßen unser Lunchpaket und genossen die Ruhe und die schöne Aussicht auf das Wasser und die Berge. Unser Guide erklärte uns nebenher alles über die Pflanzen, vor allem über die mehr als 200 verschiedenen Orchideenarten, die in dieser Gegend wachsen.  In der Ferne sahen wir große Vögel, konnten aber nicht mit Sicherheit erkennen, ob es die hier lebenden Kondore waren oder andere Greifvögel. Auf dem Rückweg ging es wieder über Wiesen, Weiden und durch Wälder bishin zu unserem zuvorigen Zeltplatz. Bis zum Abendessen hatten wir noch Zeit, uns auszuruhen, zu baden oder Forellen zu fischen. Zwei Gäste hatten sogar Glück und konnten zwei Forellen fangen. Diese wurden nach dem hervorragenden Abendessen gegrillt und gegessen.

Am letzten Tag des Trekkings wurden nach dem Frühstück alle Sachen zusammengepackt, die Pferde gesattelt und die schweren Taschen aufgeladen. Schon bald ging es steil bergauf durch den Wald. Nach einem Abstieg erklommen wir den nächsten Berg. Nachdem auch dieser geschafft war, wanderten wir nur noch bergab. Toll konnte man die Veränderung der Vegetation erkennen während dem wir immer weiter die Berge hinunter stiegen. Alles wurde viel grüner, andere Bäume und andere Blumen. Nach ca. 4 Stunden kamen wir auf eine Strasse, auf der ein Transporter für das Gepäck und die Pferde stand. Nach kurzem verhandeln, mussten unsere Pferde leider laufen und wir hatten die Möglichkeit die restliche Strecke mit dem Transporter die holprige Strasse hinunter zu fahren. Nach ca. 20min konnten wir endlich unseren Chauffeur Rafael mit dem Kleinbus in dem kleinen Dorf Iruví entdecken. Nun ging es ca. 2,5 Stunden wieder zurück nach Otavalo. Zum Abschluss tranken wir alle gemeinsam noch ein Bier im Hotel Otavalo.

Es waren 4 anstrengende, jedoch sehr schöne Tage, eine tolle Erfahrung mit unvergleichlichen und beeindruckenden Aussichten und Eindrücke in den Bergen von Ecuador!

Danke, avenTOURa  und Latina Real Tours!


Zubereitung einer “echten” Caipirinha

Verfasst am: 28.04.2016 von Redaktion Keine Kommentare

Caipi
Die Caipirinha kommt ursprünglich aus Brasilien und ist mit „Bäuerlein“ oder „kleiner Bauer“ wohl am trefflichsten übersetzt. Die verschiedenen Variationen und Rezepte mit Lime-Juice, Limettensirup oder sonstigem Zubehör sind in ihrem Ursprungsland nicht üblich, denn eine Caipirinha lässt kaum Spielraum für Experimente!

Zutaten pro Glas:

1 – 1½ Limetten

3 Teelöffel bis 1 Esslöffel (je nach Geschmack) weißer raffinierter Zucker, (auf keinen Fall den hierzulande üblichen “braunen Zucker” verwenden, da sich dieser sehr schlecht auflöst und den

Geschmack verfälscht),

6 cl Cachaça (Zuckerrohrschnaps)

Crushed Eis oder Eiswürfel

 

1. Die gewaschenen Limetten mit Schale quer halbieren und dann noch einmal vierteln.

2. In ein Becherglas (oder Whisky Glas) geben.

3. Zucker aufstreuen und mit einem Holzstößel beide Zutaten leicht miteinander zerdrücken. Der Saft aus der Limette sollte den Zucker auflösen.

4. Cachaça zugießen, umrühren (am besten in einem Cocktail Glas schütteln), mit Eis auffüllen, nochmals umrühren und mit Strohhalm servieren.

 

Tipps:
>>> Vor dem Verarbeiten sollten die Enden der Limette mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden, um zu verhindern, dass die Bitterstoffe der Enden das Aroma des Cocktails beeinträchtigen. Aus dem gleichen Grund kann der weiße Mittelstrang entfernt oder die Limette weniger stark ausgequetscht werden.
>>> Man kann die Limetten auch durch andere Früchte wie Kiwi, Erdbeere, Rote Früchte, Maracuja oder Ananas ersetzen oder sie mit diesen kombinieren. Die Mischung wird in Brasilien Caipifruta genannt.

Caipirinha kann zum Aperitif und als Digestif getrunken werden, doch Vorsicht, sie steigt schnell zu Kopf!


Wussten Sie schon,…

Verfasst am: 28.04.2016 von Redaktion Keine Kommentare

…dass Brasilien das einzige portugiesischsprachige Land Amerikas ist?
Das brasilianische Portugiesisch hat einen eigenen Charakter. Es unterscheidet sich in der Aussprache und durch eine leicht abgewandelte Orthographie und Grammatik von der europäischen Variante.

… dass der Name Brasilien von einem Baum stammt?
Der Name Brasilien geht auf den portugiesischen Namen Pau-brasil des Brasilholz-Baumes (Caesalpinia echinata) zurück. Brasa bedeutet im Portugiesischen „Glut“ und „glühende Kohlen“; das Adjektiv brasil („glutartig“) bezieht sich auf die Farbe des Holzes, das, wenn geschnitten, rot leuchtet und in Europa zum Färben von Stoffen benutzt wurde. Diese heute vom Aussterben bedrohte Baumart war zur Zeit der frühen Kolonisation in den Wäldern der brasilianischen Atlantikküste weit verbreitet und lieferte ein wichtiges Ausfuhrprodukt der Region.

…dass der Amazonas der größte Fluss der Erde ist?
Seine Wasserführung von 209.000 m³/s macht ihn zum weitaus größten Fluss der Erde größer als die sieben nächst kleineren Flüsse der Welt zusammen.

…dass Brasilien die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt ist?
Die brasilianische Wirtschaft befindet sich in einem allgemein guten Zustand. Hohe Wachstumsraten, Rekorde bei Außenhandel, Investitionen und Beschäftigungszuwachs erhöhen das wirtschaftspolitische Interesse an Brasilien. Brasilien ist weltweit eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Man erwartet, dass es 2015 die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt sein wird.

…dass Brasiliens Hauptstadt Brasília heißt?
Nein, Rio de Janeiro ist nicht die Hauptstadt von Brasilien, auch São Paulo wäre die falsche Antwort. 1960 wurde die neue Hauptstadt Brasilia eingeweiht. Sie liegt im Bundesstaat Goiás auf einem 1.100 m hohen Plateau.
Quelle: http://www.schroeder-brasil.com/

…dass Sao Paulo die größte Stadt Brasiliens ist?
In der Stadt und in ihrem Umfeld leben rund 20 Millionen Menschen. Damit ist sie die bevölkerungsreichste Stadt auf der Südhalbkugel der Erde.

… dass heute im Süden Brasiliens 40% der Bevölkerung deutscher Herkunft sind?
Sie brauchen sich nicht wundern, wenn Sie in Brasilien vielen Blonden und Blauäugigen begegnen. Deutsch-Brasilianer leben hauptsächlich im äußersten Süden und Südosten des Landes in den Staaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná, São Paulo und Espírito Santo, sind aber teilweise über das gesamte Land verstreut. Das bekannteste deutsche „Export-Produkt“  ist wohl das Oktoberfest in Blumenau, welches außerhalb Deutschlands das zweitgrößte derartige Fest ist und das zweitgrößte Volksfest in Brasilien nach dem Karneval in Rio sein soll.


“Ach, wenn ich dich kriege!”

Verfasst am: 28.04.2016 von Redaktion Keine Kommentare

Brasilien ist ein Land mit reicher musikalischer Kultur. Aus seiner abwechslungsreichen Kolonisation durch Einwanderer aus Europa, Afrika und Asien stammen viele Musikstile, wie Bossa Nova, Samba, Forró und Lambada. Aber der Stil, der Europa erobert hat, war vor kurzem noch weltweit unbekannt!

Mit Sicherheit haben Sie schon mehrere Male im Radio den Sommer-Hit des Brasilianers Michel Teló gehört: Ai Se Eu Te Pego! Auch in den deutschen Clubs wird dieser Titel ständig gespielt, aber warum das Lied mit eindeutig zweideutigen Hand- und Beckenbewegungen in Europa so berühmt geworden ist, können selbst die Brasilianer nicht verstehen.

Der Song gehört zum populären Musikstil Sertanejo, die brasilianische Version der Country-Musik. Außerhalb Brasiliens kennt kaum jemand diese Musikrichtung, die ca. 40 Prozent der brasilianischen CD-Verkäufe ausmacht. Von “Ai Se Eu Te Pego!” – in etwa zu übersetzen mit: „Hey, wenn ich dich kriege!“ – existiert ein YouTube-Video, das der Interpret ins Netz gestellt hat und bereits unglaubliche 430 Millionen Male angeklickt wurde!
Internationalen Durchbruch erlangte das Lied aber erst, nachdem der brasilianische Fußballspieler Neymar in einem in der Spielerkabine aufgenommenen YouTube-Video dazu tanzte. Das Video wurde mehrere Millionen Male aufgerufen.

Neymar Tanz
Im Oktober 2011 vollführte dann der für Real Madrid spielende Cristiano Ronaldo die für das Lied typische Tanzbewegungen auf dem Spielfeld, nachdem er ein Tor erzielt hatte. Dadurch wurde Ai Se Eu Te Pego! in Spanien so populär, dass es im November direkt auf Platz 1 der Charts einstieg. In kürzester Zeit verbreiteten sich zuerst die Tanzbewegung auf den europäischen Fußballplätzen und dann das Lied. Athleten anderer Sportarten folgten sogleich: Der Tennisspieler Rafael Nadal, die serbischen Wasserpolo-Spieler bei den Europameisterschaften oder der amerikanische Baseball-Spieler Elvis Andrus von den NY Rangers. Im März 2012 wurde bekannt, dass Ai Se Eu Te Pego! mit über 600.000 verkauften digitalen Einheiten den Rekord als bislang meistverkaufter Single-Download in Deutschland erreichte. Der Song ist das mit Abstand meistgesehene portugiesischsprachige Lied der Internetplattform YouTubeund das erste, mit dem ein Sänger aus Brasilien in Deutschland Platz eins der Charts erreicht hat. Vor Ai Se Eu Te Pego!war der letzte auf Portugiesisch gesungene Nummer-eins-Hit in Deutschland Lambada der in Frankreich zusammengestellten und produzierten Gruppe Kaoma – für uns immer noch ein „Oldie, but Goldie“!
Kaoma – Chorando se foi…
Worum geht’s im Song?
Michel Teló besingt ein schönes Mädchen, auf das er beim Tanzen in der Diskothek ein Auge geworfen hat. Im Refrain heißt es in etwa: „Heilige Maria, heilige Maria! So bringst du mich noch um. Ach, wenn ich dich kriege, ach, ach, wenn ich dich kriege!“

Diesem Erfolgsrezept wurde nach kurzer Zeit gefolgt und Anfang 2012 erschien Balada Boa (tchê tcherere tchê tchê) von Gustavo Lima. Wie bei Telós Hit wurde auch zu Limas Lied eine Tanzchoreografie entworfen und der international bekannte Fußballspieler Neymar, der Teló den Weg nach Europa geebnet hatte, trat zusammen mit Lima auf.

Gustavo Lima – Tche Tcherere Tche Tche
Die brasilianische Musik scheint den deutschen Geschmack ganz gut zu treffen! Bleibt nur noch die Frage, welcher nächste Export-„Schlager“ in unseren Charts landet.
Wie gefällt Ihnen dieser Musikstil aus Brasilien? Drehen Sie das Radio lauter und singen im Auto mit, wenn Ai Se Eu Te Pego! läuft, oder können Sie das ewige „Nossa, Nossa!“ einfach nicht mehr hören?  Haben Sie Musik-Tipps? Schreiben Sie uns!


Privatwirtschaft in Cuba -Mai 2011

Verfasst am: 28.04.2016 von Redaktion Keine Kommentare

Seit 15 Jahren reise ich regelmäßig nach Cuba. Eine gewisse Routine stellt sich da schon ein. Doch obwohl vielen die Änderungen nicht schnell genug gehen, verfügt Cuba über eine enorme Dynamik und überrascht immer wieder mit einer Menge interessanter Entwicklungen.
Bei meinem letzten Besuch Anfang Mai 2011 wollte ich vor allem den Entwicklungsstand der vor kurzer Zeit möglich gewordenen Privatisierung für bestimmte Bereiche der kubanischen Wirtschaft unter die Lupe nehmen.

Der Sozialismus hatte ja über Jahrzehnte privatwirtschaftliche Unternehmung weitestgehend unterbunden. Kuba scheint nun jedoch dem Wendepunkt näher zu kommen. Die Produktivität der kubanischen Wirtschaft ist auf einem Tiefpunkt. Selbst die extrem niedrigen Löhne der staatlichen Arbeiter können nicht mehr refinanziert werden. Der Staat hat daher bereits Massenentlassungen von mehreren 100.000 Bediensteten beschlossen und diesen Menschen jetzt nahe gelegt, private Kleingewerbe zu gründen. Die dafür legitimierten Branchen sind freilich nicht gerade die Schlüsselfelder einer modernen Volkswirtschaft. Vielmehr soll der Kapitalismus zunächst bei Schustern, Friseuren oder Klempnern geübt werden. So leicht will sich der Staat eben das Ruder auch nicht aus der Hand nehmen lassen, wenngleich die Odysee durch den Kommunismus zu keinem Ziel mehr zu führen scheint.
Als „Kindergarten des Kapitalismus“ belächelte sodann auch unser Büroleiter in Havanna diese ersten Schritte, die Kuba zu einem neuen Wirtschaftssystem führen könnten. Wahrlich sind die Anfänge vielfach stark improvisiert und auf einem sehr einfachen Niveau. Ein geöffneter Fensterladen in dem 4 Tassen Cafe und eine Thermoskanne stehen wird so zur Cafeteria, ein mit Schuhen geschmückter Hausflur zur Schusterei und das Wohnzimmer zum Friseursalon. Und da nun selbst Taxifahrer zum Jungunternehmer werden können, scheint plötzlich die Anzahl der auf Havannas Straßen stöhnenden Oldtimer sogar noch zu zunehmen.

Ob damit 100.000te Menschen unter Lohn und Brot gebracht werden können und der Staat vor dem Zusammenbruch bewahrt werden kann, bleibt abzuwarten. Es dürfte auch darauf ankommen, wie konsequent der Wandel vom Staat und allen seiner Organe unterstützt wird bzw. ob schnell noch weitere Reformen folgen.
Fakt ist, dass Cuba mit einem von vielen lange ersehnten Wandel begonnen hat. Die Beschlüsse des Parteitags der Kommunistischen Partei vom April 2011 haben dieser Entwicklung noch mehr Dynamik verliehen. Insbesondere in der Hauptstadt Havanna werden seither unzählige Kleinbetriebe gegründet. Es herrscht Aufbruchstimmung und der neue Unternehmergeist ist überall wahrnehmbar.

Um zu erkunden, ob diese Tendenzen gleichermaßen auch in der Provinz wahrnehmbar sind, unternahm ich einen zweitägigen Ausflug in die Region Pinar del Rio. Tatsächlich sprießen auch hier immer mehr kleine Gewerbebetriebe aus dem Boden. Besonders beeindruckt war ich von einem Handwerksbetrieb zur Fertigung von sogenannten „Humedores“, in denen sich Zigarren, die das wichtigste Exportgut der Region darstellen, fachgerecht aufbewahren lassen. Die üblicherweise neu entstehenden Gewerbe sind kleine Einmannbetriebe. Doch in der komplett privatwirtschaftlich organisieren Humedor-Fabrik arbeiten nahezu 20 Mitarbeiter an teilweise modernen Maschinen. Sie erhalten dort freilich auch eine wesentlich bessere Bezahlung als in den staatlichen Betrieben.

Damit stimmt auch die Leistung und die Qualität der Produkte. Die Humedores aus der unternehmerisch geführten Fabrik werden inzwischen an „Aficionados“ in aller Welt exportiert.
Möglich werden solche privaten Unternehmungen im größeren Stil, die in der kubanischen Unternehmerlandschaft derzeit sicherlich noch sehr rar gesät sind, allerdings nur durch eine enge und kooperative Zusammenarbeit mit einer staatlichen Organisation. Diese übernimmt gewissermaßen die formale Legitimierung und erhält dafür einen Teil der Erlöse. Ein weiterer Teil ist als Steuer an den Staat abzugeben. Außerdem hat die Humedoren-Fabrik auch eine soziale Verantwortung bei der Aus- und Fortbildung von Jugendlichen zu übernehmen. Das Modell ist also gar nicht mehr so weit entfernt von dem Ideal der sozialen Marktwirtschaft.

Doch auch im kulturellen Leben entwickeln immer mehr Kubaner Eigeninitiative. Obgleich die Kulturförderung von der Regierung sicher stets eine hohe Priorität einnahm, fehlten in den letzten Jahren natürlich auch in diesem Bereich die Mittel. Stattdessen entstehen immer mehr private Projekte, wie beispielsweise der in einem kleinen Ort nahe von Pinar del Rio gelegene „Patio de Pelegrin“. Der in Kuba nicht ganz unbekannte Künster Mario Pelegrin schuf hier in seinem Gartengrundstück aus eigenen Mitteln einen Ort der Kunst und Begegnung. Kinder und Jugendliche der umliegenden Ortschaften können hier ihrer künstlerischen Kreativität freien Lauf lassen. Sie erhalten Kurse in Malerei, Schnitzerei, Bildhauerei oder auch Kochen, Handwerkstechniken, Tanz- und Musik. Erst vor kurzer Zeit wurde ein Gemüsegarten angelegt. Der Verkauf der Agrarprodukte auf dem privaten Bauernmarkt des Ortes trägt zur Finanzierung des Projektes bei.

Uns hat dieses Projekt so überzeugt, dass wir uns entschieden haben, es in das Besuchsprogramm unserer Gruppenreise Cuba real aufzunehmen. Für jeden Gast entrichten wir einen pauschalen Förderbetrag an das Projekt. Unsere Kunden hingegen haben bereits in vielfacher Form auch eigene Unterstützung geleistet. So zeigte mir Mario voller Stolz ein Paket mit Malfarben, ein weiteres enthielt deutschen Gemüsesamen und auch die Wasserpumpe konnte Dank eines DHL Pakets aus Deutschland mit den richtigen Ersatzteilen wieder in Betrieb genommen werden.
Der energiegeladene Pelegrin hat noch viel Platz auf seinem Grundstück und noch mehr Ideen. Eigentlich könnte er auch jetzt schon weitere Kinder und Jugendliche aufnehmen, wenn diese denn von den umliegenden Ortschaften zu ihm kommen könnten. Doch der öffentliche Nahverkehr ist in Cuba im ländlichen Bereich nach wie vor nahezu nicht existent. Von dem hierzulande selbstverständlichen Auto, mit dem Papa die Kids zu ihren Aktivitäten bringt, ganz zu schweigen.
Eine praktikable Lösung wären Fahrräder. Doch auch diese sind Mangelware.avenTOURa hat eine Sammelaktion für gebrauchte Kinder- und Jugendfahrräder organisiert, die im August 2012 nach Cuba verschifft wurden. Darüber berichten wir in einem folgenden Beitrag.

Der in Kuba begonnene Wandel wird in nächster Zukunft mir Sicherheit noch an Dynamik gewinnen. Gerade für uns Deutsche, die den Wandel der DDR miterlebt haben, wird die Beobachtung dieser Geschehnisse sicherlich äußerst interessant. Reisen Sie jetzt mit avenTOURa nach Kuba. Die Reiseprogramme unserer Gruppenreisen verschaffen alle interessante Einblicke in die aktuellen Geschehnisse des Landes.

Und noch ein Hinweis:
Der Wandel kommt auch von Außen. Auch die Haltung der USA unter der Obama Regierung geht nach und nach von der Politik der totalen Abgrenzung weg. Völkerwidriges Embargo ist zwar auch unter der liberalen Obama Regierung noch nicht gefallen, aber zumindest werden nach und nach die Reisebeschränkungen aufgehoben. Sollte dies komplett fallen, wird der Tourismus in Cuba ein anderer sein. Man erwartet 4 Millionen US-Amerikaner pro Jahr. Derzeit kommen gerade ca 2 Mio. Touristen aus der restlichen Welt. Man kann sich vorstellen, welchen Einfluß diese neue Form der US-Invasion haben könnte.

Daher unser dringlicher Tipp: Reisen Sie jetzt nach Cuba! Nicht nur solange es das einzigartige revolutionsnostalgische Flair noch gibt….


Kuba Selbstfahrerreise – Viva la Vida!

Verfasst am: 28.04.2016 von Redaktion Keine Kommentare

15.03. – 18.03. Havanna

Am 15.03. starteten wir früh morgens mit unserem Auto teils bei  dichtem Schneegestöber nach München. Unser Flugzeug brachte uns von München über Frankfurt nach Havanna. Nach 13 Std. Flug warteten wir, wie sich bald rausstellte, vergeblich auf unser Gepäck. Dies war in Frankfurt hängen geblieben.
Da sich die Reklamation etwas schwierig gestaltete, waren wir hoch erfreut als uns am Ausgang einen deutsch-sprachiger Mitarbeiter von Aventoura empfing, der für uns noch einmal überprüfte, ob alles richtig aufgenommen wurde. Ein Taxifahrer brachte uns anschließend zu einem Laden, der zwar schon geschlossen war, für uns aber noch einmal öffnete, wo wir noch das Nötigste  wie Zahnbürste etc. kaufen konnten.
Dann gings weiter in unsere Unterkunft Hostal Valencia, die uns sehr, sehr gut gefiel.
Die nächsten Tage durften wir Havanna von vielen Seiten kennen lernen. Wir erkundeten mit einem Doppeldeckerbus die Stadt um uns einen kleinen Überblick zu verschaffen. Besuchten Callejon de Hamel – eine Art Open-Air mit afrocubanischen Flair. Unbedingt ein Muss und das absolute Highligt – Sonnenuntergang am Malecon. Wir durchstreiften viele Straßen und Gassen und waren fasziniert über das Viele das wir die paar Tage entdeckten. Nicht zu vergessen, die vielen Straßenkreuzer und Bars, in denen wir immer wieder bei einem Mojito oder bei einem Bier mit den musikalischen Klängen regelrecht hängen blieben.

Viñales-Tal18.03. – 20.03. Vinales
Am Montag holten wir erst einmal unseren Mietwagen ab. Dies gestaltete sich anfangs nicht ganz einfach, da wir kein Spanisch sprachen und bei der Agentur keiner Englisch sprach. Nach fleißigen telefonieren einer Angestellten kam dann doch nach ca. 1 Std. ein Englisch sprechender Mann mit unserem Mietwagen, der uns Gott sei dank einen Plan zeichnete, wie wir am besten aus Havanna rausfinden.
Nach einer ca. 3 stündigen Fahrt kamen wir im Hotel Los Jazmines an. Das Hotel ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, die Aussicht dafür grandios. Am Abend speisten  wir sehr gut, nach Empfehlung eines Hotelangestellten bei einer Familie mit super Blick und Sonnenuntergang. Am nächsten Tag erkundeten wir mit Führer und Ross die Tabakfelder. Dort besuchten wir einen Tabakbauern, tranken Kaffee und rauchten Zigarren. Leider spielte uns das Wetter einen Streich und es fing beim Rückweg stark zu regnen an. Wir waren alle patsch nass. Leider waren unsere Koffer bis dahin immer noch nicht gekommen, so dass wir unsere Zimmer für einige Stunden nicht verlassen konnten. Diese trafen jedoch im Laufe des Nachmittags ein. (Wir hatten in Havanna mit etwas Schwierigkeiten nur ein paar T-Shirts, Unterwäsche und Socken gekauft). Dann fuhren wir mit unserem Auto ins Tal Vinales. Wie zum Lohn für unsere Mühen kam die Sonne raus. In dem verträumten Dorf scheint den ganzen Tag Feierabendstimmung zu herrschen. Und wieder überall hören wir die Klänge von „Chan Chan“ und „Che Comandante“, es ist wieder da, das cubanische Lebensgefühl, das viva la Vida.

20.03. – 22.03. Cayo Levisa
TraumstrandWeiter führt uns unsere Reise an die Nordküste Cayo Levisa, eine kleine Mangroveninsel, wie im Bilderbuch. Dort sind wir in gemütlichen, sehr schönen neuen Bungalows untergebracht. Das Essen ist sehr gut und ausreichend. Das Wasser türkisblau, der Strand traumhaft und dazu gibts natürlich wieder Mojito und cubanische Rhythmen.

22.03. – 23.03. Las Terrazas
Die 90 km Landstraße sind eine kleine Herausforderung für Fahrzeug, Fahrer und Mitfahrer, sind aber nach 3 Std. geschafft. Las Terrazas ist dann doch etwas anders als wir uns das vorgestellt haben. Eine kleine Wanderung zur wieder aufgebauten Kaffeeplantage ist wenig ergiebig. Weitere Wanderung geben nicht wirklich etwas her, da man so gut wie nirgends so richtig in die Landschaft schauen kann. Vielleicht liegt es aber auch an uns, da wir direkt in den Bergen zu Hause sind. Das Hotel Moka muss man auch nicht unbedingt haben, ist zwar sauber aber muffig. Abends essen wir sehr gut bei einer Casa direkt am See.

Koloniale Perle Cienfuegos23.03. -24.03. Cienfuegos
320 km sind heute zu bewältigen. Erst über die Autopista zurück nach Havanna, die an einem Schotterhaufen abrupt aufhört. Mit viel Glück und etwas spärlichen Hinweisen finden wir doch durch Havanna. Dann Richtung Osten. Es geht gut voran. Die Perle des Südens ist schachbrettartig angelegt, so dass wir unser Hotel, La Union problemlos finden. Das Hotel bietet einen beeindruckenden Ausblick von der Dachterrasse. Nach einer kleinen Erkundung der Stadt verbringen wir den Abend im überdachten Patio des gemütlichen „El Ache“ und speisen vorzüglich.

24.03. – 26.03. Trinidad
Auf nach Trinidad, Stadt des Zuckers und der Musik. 100 km, das ist überschaubar.
Doch unerwartet treten Hindernisse auf. Zehntausende von Landkrabben überqueren auf einigen Kilometern die Fahrbahn. Bis wir unser Hotel Las Brisas erreichen, ist nach kurzer Zeit ein Reifen platt. Bald wird uns klar, dass dies mit der Krebsinvasion zu tun haben muss. Ein Kubaner nimmt uns das Werkzeug aus der Hand und wechselt schnell den Reifen. Er zeigt uns auch gleich die Krebsschere, die da im Gummi steckt. Jetzt ist guter Rat teuer. Wir möchten nicht noch 1000 km ohne Reservereifen weiterfahren. Die Lösung ist – no problem. Der Kubaner, der sich als Taxifahrer entpuppt nimmt den Reifen mit zu seinem Freund, der diesen flickt. Nach einer kurzen Zeit ist der Reifen wieder wie neu.
Am nächsten Tag lassen wir uns von unserem Freund, dem Taxifahrer nach Trinidad Stadt fahren. Der immense Reichtum der Zuckerbarone an der Plaza Major, die prunkvollen Kolonialbauten mit schmiedeeisernen Fenstergittern und der Geldeinsatz der UNESCO haben der Stadt zu einem Glanz verholfen. Der Ausblick von der ältesten Kirche über die Stadt, wir waren begeistert. Natürlich wieder einmal – die Bars mit kubanischer Musik.
Las Brisas ist ein schönes Hotel mit gutem Essen und schönen Strand, wirklich empfehlenswert. Doch für`s nächste Mal, Unterkunft in der Stadt, da uns diese völlig faszinierte.

26.03. – 27.03. Camgüey
Kunst auf KubanischZiel 260 km. Die Straße war sehr gut, doch die Suche nach unserem Grand Hotel war schwierig, da die Stadt nicht schachbrettartig aufgebaut war. Wir empfehlen jedem Besucher einen Schlepper in Anspruch zu nehmen, da man sich wirklich sehr viel Zeit und auch Nerven spart. Nach einem kurzen Trip durch die doch eigentlich überschaubare Stadt landeten wir abends in einer etwas dubiosen Künstlerkneipe. Rastas offensichtlich auf der Suche nach potenziellen Drogenkunden, Taschendiebe checken Gäste, schwarze Gesichter mit weißen Zahnreihen und anderen finsteren Gestalten hängen rum oder bieten blutjunge Mädchen an. Mit leicht mulmigen Gefühl und doch fasziniert beobachten wir das für uns so ungewohnte Treiben.
Am nächsten Morgen warten unsere Schlepper schon, um uns den Weg aus der Stadt zu zeigen.

27.03. – 29.03. Santiago de Cuba
Auf geht’s 340 km liegen vor uns. Die Straße schlängelt sich über üppig grüne Berghänge und auch durch Täler mit Königspalmen. Im Valle el Cobre beherrschen dann die zwei Türme der Basilika die Landschaft. Und dann ist es endlich so weit, wir haben es geschafft, das schwarze Herz des wilden Ostens, das einstige Zentrum des Sklavenhandels, die umstrittene Hauptstadt der Rebellion und der kubanischen Musik.
Unsere Unterkunft finden wir dann doch, nach dem wir 4 mal vorbei gefahren sind. Hostal San Basilio, ein wirklich schmuckes kleines Hotel, sehr zu empfehlen. Abends besuchen wir nach Empfehlung unseres Portiers ein kleines Dachlokal. Der Ausblick ist traumhaft, das Essen sehr gut und natürlich wieder einmal Musik dazu. Große Augen bekommen wir, als plötzlich ein Klein-LKW mit großen Nebelschwaden durch die Gassen fährt. Moskitos sagen unsere Musiker. Anschließend besuchen wir die beste Casa Artex, das sich direkt hinter unserer Unterkunft befindet. Beste Musik, die Kubaner tanzen als wären sie aus Gummi, so etwas sieht man nicht mal im Fernsehen. Wir sind wieder einmal begeistert und ohne Mojito und Zigarre geht’s gar nicht. Die Stimmung ist super.
Wir besuchen viele Sehenswürdigkeiten, machen eine Fahrt mit einem Oldtimer durch die Stadt und besuchen die Festung El Morro. Überall ganze Scharen von Schleppern, die uns Restaurants, Pferdekutschenfahrten oder  sonstige Angebote haben.
Leider war die Zeit wieder einmal zu kurz.

Treibholz29.03. – 31.03. Baracoa
Heute führt uns unsere Reise 250 km  durch die Provinz Guantanamo, vorbei an der Südküste der Karibischen See über die Berge an die Nordküste. Die Fahrt ist ein Wechsel von üppigen Grün und herber Schönheit der kargen Landschaft. Die Straße sehr gut. Unser Ziel Hotel El Castillo, sehr schön gelegen mit toller Sicht aber schon etwas in die Jahre gekommen. Die Stadt selber wieder einmal ein Highlight. Sehr wenig Tourismus. In den Gesichtern der Einwohner ist noch deutlich das Indianerblut der Ureinwohner Kubas zu erkennen.
Wir engagieren einen Führer, der zufällig sehr gut Deutsch spricht. Mit ihm fahren wir einige Kilometer westwärts zu einem Öko-Kakaobauern am Toa-Fluß. Hier wächst alles durcheinander. Kakaobäume, Bananenstauden, Kaffeebohnen, Ananas, Kokospalmen und vieles mehr. Es ist hoch interessant. Weiter geht’s mit einem Boot in den Dschungel. Anschließend gibt’s noch Kakao beim Bauern. Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Abstecher ans Meer. Wir sind begeistert von dem, was uns unser Führer alles erzählt. Am Abend speisen wir wieder vorzüglich in einer der vielen Kneipen. Und dann, ja dann gibt’s wieder Musik im Artex.

31.03. – 04.04. Guardalavaca
Die nächsten 30 km bis nach Moa sind die anstrengensten der ganzen Reise. 30 km in 3 Stunden. Die Straße ist zwar breit aber mit riesigen Schlaglöchern übersäht. Dann fängt es auch noch an zu regnen. Es schüttet wie aus Eimern. Nicht nur der Fahrer, wir alle sind sehr angespannt. Die gesamte Strecke eine einzige Kurverei.  Wir alle waren froh als wir nach 3 Std. in Moa  wieder auf eine richtig befahrbare Straße kommen. Noch haben wir 220 km vor uns. Die wir dann auch in 4 Stunden bei teils schlechten Straßenverhältnissen bewältigen. Endlich haben wir es geschafft. Wir sind an unserem All-Inclusive-Hotel angekommen, leider war dies überbucht und man verwies uns kurzerhand in ein anderes Hotel. Wir waren alle ziemlich genervt. Noch einmal 10 km – 1 Std. da wir unser Hotel wegen schlechter Beschilderung (es gab keine) nicht fanden. Dafür wurden wir dann belohnt. Die Hotelanlage sehr, sehr schön mit sehr guten Essen, super Strand und türkis-blauen Meer. Hier ließen wir uns es noch ein paar Tage gut gehen. Bis wir schließlich am 04.04. von Holguin unsere Heimreise antraten.
Die gesamte Reise war für uns ein voller Erfolg. Für kubanische Verhältnisse hat alles super geklappt. Wir haben sehr viel erlebt und bedanken uns bei dem gesamten Aventoura-Team für die Organisation unserer Reise.

Viva la Vida!


Reisebericht 3-Gebhardt‘s durch Ecuador&Galapagos 2013, entlang der Allee der Vulkane

Verfasst am: 28.04.2016 von Redaktion Keine Kommentare

Am frühen Sonntag Morgen  des 15.09.2013 startete unsere 4-wöchige Rundreise von Nord nach Süd durch Ecuador und dann Richtung  Westen nach Galapagos Islands. Von Frankfurt/Main aus und über das Drehkreuz Madrid machten wir uns auf, die 10.500 km nach Südamerika zu überwinden. Nach Überquerung des Amazonasgebietes und dem Überflug der Anden erreichten wir Guayaquil. Ein Inlandsflug brachte uns dann nach einer Stunde Flugzeit in die Hauptstadt Quito auf 2.800 ü.d.M – dem Start unserer Rundreise.  Die Akklimatisierung auf dieser Höhe und die Erkundung der Altstadt standen auf dem Programm. Die Plätze und die kleinen Gassen, sowie die Märkte und das Treiben der Menschen zogen uns gleich in den Bann.
Ein toller Auftakt in einem Stadthotel wenige Gehminuten vom Plaza Major erleichterte das Ankommen ungemein. Auf der Weiterreise von Quito nach Mindo gehörte der Äquatorsprung für uns alle Drei zum Programm sowie das Betreten der imaginären Äquatorlinie im dortigen Museum.
Der Nebelwald um Mindo erwartete uns mit seiner Pracht aus Tier- und Pflanzenwelt. In der tollen Sachatamia-Lodge erhielten wir ein Blockhaus zugewiesen, mitten in dieser Landschaft. Die Vogelwelt hatte hier besonders viele Farben. Ob Kolibris, Tukane oder andere Arten waren unmittelbar und in nächster Nähe fast zum Greifen nah zu sehen. Ein Spaziergang mit dem Naturparkführer zeigte uns die ganze „medizinische“ Abteilung des Nebelwaldes.

Die Abreise mit den öffentlichen Bussen erfolgte direkt vor der Lodge. Mit den Bagpacker-Rucksäcken stellten wir uns einfach an den Straßenrand und erwarteten den Bus. Fast im Vorbeifahren wurden wir und unser Gepäck eingeladen und wir reisten weiter Richtung Norden bis fast an die kolumbianische Grenze nach Otavalo/Ibarra. Die kleinen Geschichten unserer Reiseerlebnisse wurden auch hier fortgeschrieben. Ein Stopp auf der  Panamericana unweit von Otavalo, ein gelbes Taxi und kurzfristiger Aufbruch von uns Dreien waren die Folge. Direkt aus dem Bus heraus wurde das Gepäck verladen und schwups ging es für 3 Dollar zu unserer Hacienda mit einem großen Garten in Mitten einer tollen Landschaft umrahmt von drei Vulkanen. Die Tage sind auf der Höhe warm, aber nachts wurde es empfindlich kalt. Der offene Kamin, eine Wärmflasche wie zu Hause und dicke Wollsocken sorgten für wollige Wärme in den Nächten
Otavalo selbst ist bekannt für seine Handwerksmärkte und insbesondere für Strick- und Wollsachen. Wir haben im Ausflugsprogramm über Runatupari eine Wanderung um den Cuicocha-Kratersee gebucht. Unser indigener Führer noch etwas müde und redefaul wurde spontan in der Reiseleitung abgelöst. Zu uns stieß eine junge Dame, die sich als Tripvisitor für Aventoura vorstellte. Am nächsten Tag starteten wir die Erlebniszugfahrt „Tren de la Libertad“ nach Salinas, dem nördlichsten Punkt unserer Reise. Es blieb leider nicht viel Zeit um Abschied zu nehmen nach den Aktivtagen in Otavalo. Ein Taxi brachte uns über den 4.900 m hohen Papallacta-Pass zum Chillen und Pflegen der geschundenen Knochen in die Thermas de Papallacta.

Durch die Anlage fließt von den Vulkanen heißes Thermalwasser in die Becken und lässt Körper und Geist erfrischen. In einem tollen Hotel mit Privat-Spa und Nachtbaden in eisiger Kälte auf diesen Höhen haben wir zwei schöne Tage verbracht. Unser vorbestelltes Privattaxi holte uns dann nach dem wiederholten „Baden“ am Morgen und einem tollen Mittagessen direkt vor dem Hotel ab. Die Fahrt brachte uns wieder zurück auf die Panamericana. In Höhe des Ortes Lasso, direkt an der pulsierenden Verbindungsader Ecuadors und am Fuße des mächtigen aber schlafenden Vulkans Cotopaxi, bezogen wir Quartier auf dem Gelände einer weitläufigen über 400 Jahren alten Hacienda.  Eine tolle Zufahrt gesäumt von über 100 Jahren alten und mächtig hohen Eukalytusbäumen brachte uns zum Herrenhaus. In den hohen und geräumigen Zimmer mit Kaminecke fühlten wir uns sofort heimelig. Bei der Ankunft zündete unser  Zimmermädchen gerade den Ofen an der fortan wollige Wärme versprühte. Das Ambiente und die ganzen Umstände in diesem tollen Haus erinnerte an die Kinofilme der vergangenen Jahre. Wir kamen uns vor wie  „Vom Winde verweht“ J einfach einzigartig.

Die Ausflüge in die Umgebung organisierten wir wieder selbst unter Mithilfe des Hotels. Eine Ausflugsfahrt zum Kratersee Quilotoa und der Nationalpark Cotopaxi mit dem Aufstieg zur Schutzhütte Jose Ribas auf 4857 ü.d.M. standen im Mittelpunkt.
Ein beeindruckendes Bergpanorama belohnte die Mühen. Wir hatten herrliches Wetter und genossen die Stunden in vollen Zügen. Unser Guide brachte uns dann wieder mit dem Gepäck an die Panamericana. Die Weiterreise mit dem öffentlichen Bussen erfolgte nach dem gleichen Muster, warten am Straßenrand, Bus ausspähen, Bus anhalten und aufspringen. Hier gilt das Motto „Zeit ist Geld“, denn bei Fahrtkosten von 1 $ pro Person/Stunde kann einfach nicht gestoppt werden. Unser Weg führt uns nach Süden und nach Banos. Wir fahren endlos in ein Tal hinein, was sich nach vorne wie eine Spitze verschließt. Dort liegt der Badeort am Fuße des aktiven Vulkan’s Tungurahua 5016 ü.d.M.

Nach einem kleinen Stadtrundgang mit Blick vom Aussichtsplatz Bellavista, von wo aus der aktive Tungurahua Vulkan noch mächtiger aussieht, beschließen wir entgegen der Planung am nächsten Tag weiterzureisen. Erst vor rund 3 Monaten hatte sich der Vulkan mächtig ins Zeug gelegt und für Aufregung gesorgt. Die Nacht verbrachten wir im wahrsten Sinne der Worte auf gepackten Koffern bereit zur „Evakuierung“ aus diesem Talkessel!
Gesagt getan ging es am nächsten Morgen mit dem öffentlichen Bus über Puyo hinab in das Amazonasgebiet bis nach Tena. Ein Pickup-Taxi wurde schnell gefunden, beladen und brachte uns nach 30 min Fahrzeit vor die Tore der Stadt in die vermeintliche Wildnis. In der Cotococha Lodge, direkt am Río Napo, gelegen erschließt sich auf einem weiten Gelände eine tolle Pflanzenwelt.

Unser Blockhaus auf Stelzen am Flussufer, ohne Strom und unter einem Dach von Palmenwedel mit viel hörbarem Kontakt zu den Dschungelbewohnern war drei Nächte unser zu Hause. Die Ausflüge mit den Führern der Lodge  über den Rio Napo mit dem Schnellboot über Stromschnellen, Baden unter den Wasserfällen im Sekundär-Regenwald, Besuch der Tierauffangstation AmaZOOnico, der Wanderung durch den Primär-Regenwald oder dem Besuch bei den Kappuziner-Äffchen am Strand füllten die Tage aus. Die nächtliche KaimanTour gehört natürlich auch in das Programm.

Von den vielen Eindrücken erschlagen ging dann der Rückweg über Banos nach Alausí. Die Fahrstrecke mit den öffentlichen Bussen über Riobamba war die weiteste Strecke unserer Rundreise. Der Bus brachte uns bequem mit einem Umstieg an den Zielort. Die kleine Stadt in Bergen wirkt verschlafen an einem Sonntag Mittag. Einzig der Bahnhof hat etwas Betrieb und ist in Erwartung des „Tren de Nariz del Diabolo“ denn die Attraktion ist hier auf einer der abenteuerlichsten Eisenbahnstrecken Südamerikas über die berüchtigte „Teufelsnase“ zu fahren.

Unsere tolle Unterkunft bietet genug Raum und dies auf zwei Ebenen, um uns von den Strapazen des Dschungels zu erholen. Welche Wohltat wieder in der Zivilisation mit Strom aus der Steckdose und für Licht und alle Systeme. Wir genießen den Rundumblick auf die City bei Nacht und gehen gepflegt Essen und auf den Markt. Am nächsten Tag geht die Reise weiter zum nächsten Hightlight der Reise. Cuenca erwartet uns nach 3 Stunden Busfahrt bei strahlend blauem Himmel.  Wir besichtigen die zum Weltkulturerbe erklärte koloniale Altstadt Cuencas direkt von unserem Stadthotel aus, wenige Minuten entfernt per Pedes. Die Stadt wirkt nicht hektisch, viele Geschäfte und Märkte säumen sich rund um die Altstadt. Wir lassen uns treiben und neben den Top Acts wie der Besuch der alten und neuen Kathedrale, des Blumenmarktes und des über 90 Jahre alten „Panamahutherstellers“ in der Altstadt gehört auch der kulinarische Teil der einheimischen Küche zum Programm. Einfach schön auch der Abschlussabend mit Sangria in der urigen Insider Bar Eukalyptus.
Von den Anden herunter führt uns am nächsten Tag eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke nach Guayaquil. Vorbei an endlos langen Bananenplantagen oder Reisfeldern, kerzengerade der Pazifikküste entgegen. Unsere Unterkunft im ****GrandHotel ist die letzte Station der Rundreise auf dem Festland Ecuadors. Zig Kilometer liegen hinter uns und nun ein 2 Stunden Flug gen Westen auf die dem Festland vorgelagerten Galapagos Inseln steht bevor.

Am letzten Abend noch ein kleiner Stadtrundgang über den Malecón, den gesichterten Bereich der Uferpromenade des Flusses. Ein beeindruckender Park mit großen Landechsen liegt direkt vor dem Hotel und stimmt uns bereits auf die Tierwelt von Galapagos Islands ein. Toll, wir kamen gerade zur Fütterung vorbei und hatten unzählige Echsen vor der Linse und vor die Füße.
Der Flug mit der LAN am nächsten Morgen auf die Halbinsel Baltra läuft reibungslos. Dafür war die Genehmigungs- und Ansteh-Orgie am Flughafen selbst eher nervig. Zuerst ein Ticket für $10  – dann Durchsicht und Versiegelung des Gepäckes, erst dann zum Einchecken an den Terminal der LAN und zur Sicherheitskontrolle mit ganzheitlichem Körperscanner. It‘s a long way to go; Wir waren nicht Alleine J.

Am Aeropuerto Seymour auf Galapagos betraten wir über das Rollfeld erstmals vulkanischen Boden. Unser Guide Leonidas für die nächsten Tage holte uns am Flughafen ab. Wir setzten mit kleinen Booten zur Hauptinsel Santa Cruz über und fuhren Überland in den Puerto Ayora, im Süden der Insel. Im Hafen lag dann unser Meeres-Hotel für die nächsten fünf Tage. Unser Segelkatamaran S/C Valkiria bietet 12 Passagieren Platz. Zusätzlich sind fünf Besatzungsmitglieder an Bord. Das Inselhüpfen kann beginnen. Nach Besuch der Darwin Station und einem leckeren Abendessen an Bord machte sich die Mannschaft klar zum Auslaufen. Gefahren wird i.d.R. nachts. Der Pazifik ist in dieser Jahreszeit sehr ruppig. Der kalte Humboldtstrom sorgt für Wellengang, den wir in der ersten Nacht zu spüren bekamen. Der neue Tag bescherte uns gleich ein Highlight mit dem Vulkankraterrand auf Isabela bei bester Fernsicht nachdem die Wolkendecke durchbrochen wurde.  Die weitere Route unseres Katamarans ging dann über Floreana und erneut Santa Cruz durch die Meerenge bei Baltra zur Daphne Major und dann die Überfahrt nach San Cristobal. Abwechslungsreich und mit vielen Eindrücken gestalteten sich die Tage. Die einzigartige Flora und Fauna, die Tierwelt und das „Miteinander“ bestimmten den Tagesablauf. Der Mensch ist hier nur Gast. Die Inseln gehören den Tieren und der Pflanzenwelt.  Viele kleine Geschichten sind zu berichten. Die Schnorchelausflüge und das Schwimmen mit den Meeresschildkröten sowie den Seelöwen gehören dazu, auch die mächtigen Landschildkröten auf Floreana, die Galapagos-Echsen  im Wasser und zu Land und natürlich die Vielzahl der Vögel; I love Boobies – die Blaufußtölpel haben es uns angetan.

Toll organisierte Ausflüge durch unseren best Galapagos-Guide Leonidas und dem Zutun an Bord durch die ganze Valkiria Crew bescherten uns Urlaubsfreuden. Jeder hat einen tollen Job gemacht. Die letzte Nacht verbrachten wir an Land unweit des Flughafens in San Cristobal. Auch das letzte Hotel auf der Rundreise mit dem Namen Casa Blanca war top. Die Lage direkt am Hafen, ein gigantischer Ausblick vom Balkon auf die Promenade und das Treiben am Meer. Ein grandioser Abschluss eines tollen Urlaubes. Wehmütig aber voller Vorfreude auf zu Hause machten wir uns auf den Rückflug. Es ging via Guayaquil über Madrid nach Frankfurt. Wir starteten Donnerstags Morgen um 10 Uhr von Galapagos und sollten planmäßig in Frankfurt am Freitag Abend um 18 Uhr landen. Entgegen den Wochen zuvor, wo wir selbst alles in der Hand hatten um von A nach B zu gelangen mussten wir uns den Unwegsamkeiten beugen. Durch Flugverspätungen  unseres Transatlantikfluges verpassten wir den Anschlussflug in Madrid nach Frankfurt. Dies hatte eine weitere Hotelübernachtung zur Folge und wir kamen gesund aber dann mit 25 Stunden Verspätung in Deutschland an. Unser Gepäck schaffte es nicht in die abflugbereite Maschine der Iberia eingeladen zu werden und wurde uns durch DHL erst drei Tage später zugestellt.
Ein Fazit ist schnell gezogen. Ein tolle ausgearbeitete Route von Frau Wachter durch ein aufregendes Land mit vielen Facetten, die Hotels/Unterkünfte gezielt, gut ausgewählt und vorgebucht durch Aventura und damit stand die Planung und der Reiseverlauf. Bei der Durchführung haben wir uns eng an den Rahmen gehalten und nur minimale Abweichungen vorgenommen. Trotzdem war Platz für Freiräume und sich einfach so treiben zu lassen. Eine runde Sache; Wir würden es wieder so machen!

Vielen Dank und Ihnen Frau Wachter alles Gute

J. Gebhardt